Stadtkapelle holt mehr als Gold!

Die Anforderungen sind so hoch, dass viele Musikvereine aus Deutschland sich scheuen, zur Weltmeisterschaft der Blasmusik nach Holland zu fahren. Die Stadtkapelle Friedberg hat es als einziges Orchester aus Hessen gewagt und neben der phänomenalen Goldmedaille jede Menge Erfahrungen gesammelt.

Die vierköpfige Jury vergab 80,25 von 100 Punkten. Die Freude und Überraschung bei den Musikern war groß. Jeder hat auf eine Silbermedaille gehofft und von der Goldmedaille geträumt. Aber als es dann tatsächlich Gold wurde löste sich die Anspannung bei einer riesen Party auf dem Marktplatz von Kerkrade auf. 9 Monate intensiver Probearbeit, Sonntagsproben sowie unzähligen Satzproben haben sich gelohnt! Wir waren sprachlos.

Aber es waren nicht die Punkte und auch nicht die schwere, glänzende Goldmedaille, die unser Dirigent Michael Meininger am Abend überreicht bekam. "Hier war wirklich der Weg das Ziel", sagte er. Das Orchester ist während der Proben zusammengewachsen, habe sich entwickelt, jeder Einzelne und vor allem im Ensemble. Ein exaktes Zusammenspiel war auch nötig, als 70 Musikerinnen und Musiker vor die Jury traten. Schon beim Einspielstück, dem harmonischen "Oktober" von Eric Whitacre, zeigten wir, was wir erarbeitet hatten. Von der Darbietung des Pflichtstücks "The Land of Zarathustra" zeigte sich der anwesende Komponist Amir Molookpour sehr angetan. Er fand die Interpretation der Stadtkapelle als die Beste des Tages. Das ist schon eine Auszeichnung für sich.

Keine Patzer, erstklassige Solisten, exaktes Timing - alles stimmte. Als wir unser Wahlstück anstimmten, das voluminöse Vesuvius von Frank Ticheli, war alle Anspannung von uns abgefallen. Das war nur noch Freude pur. Es war so wie unser Dirigent an der Freitagsprobe sagte: "Geht raus und habt einfach Spaß!"

Genau das haben wir umgesetzt. Jeder hat sein Bestes gegeben und die Ergebnisse der Probearbeit umgesetzt und dies wurde mit Gold belohnt!