Stadtkapelle Friedberg auf Platz 2.

Erfolgreiche Orchesterreise zum Konzertwettbewerb beim Deutschen Musikfest in Osnabrück

Kaum waren die letzten Klänge beim traditionellen Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Friedberg verklungen, ging es ohne Verschnaufpause auf Orchesterreise in das Niedersächsische Osnabrück. Vom 30.05. – 02.06.2019 fand dort unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Deutsche Musikfest statt. 4 Tage lang war das Niedersächsische Osnabrück Austragungsort für musikalische Wettbewerbe. Alle 6 Jahre werden im Rahmen des Musikfestes musikalische Wettbewerbe veranstaltet, die Wettbewerbe des Deutschen Musikfestes sind die anspruchsvollsten Musikwettbewerbe im Amateurbereich. Die antretenden Ensembles unterschiedlicher Kategorien werden dort von einer international renommierten Fachjury beurteilt.

Fast genau 2 Jahre ist es nun her, dass die Stadtkapelle Friedberg in Kerkrade bei der Weltmeisterschaft mit Gold ausgezeichnet wurde. Zeit also sich ein neues Ziel zu setzen und mit der Teilnahme am Konzertwettbewerb des Deutschen Musikfestes eine neue Herausforderungen anzunehmen. Viel Zeit zum Proben hatte man nicht, wurde doch das ausgewählte und geprobte Wahlstück kurzerhand von der Jury in die Höchststufe hochgestuft. Ein neues Stück musste also kurzfristig her war man doch eigentlich gerade bei den Proben für das anstehende Frühjahrskonzert und wähnte sich bestens vorbereitet. Ein Probewochenende auf der Ronneburg, zahlreiche Satz und Registerproben sowie ein erfolgreiches Frühjahrskonzert später, startete der Reisebus am Donnerstag in Friedberg mit 61 gut gelaunten Musiker und Musikerinnen mit Pauken und Trompeten zur 4 tägigen Orchesterreise zum Deutschen Musikfest in Richtung Osnabrück. Dort angekommen, ließ man nach der Zimmerverteilung den Abend bei einem gemeinsamen grillen in gemütlicher Runde ausklingen. Nach einem ausgiebigen Frühstück wurde der Freitagvormittag noch einmal zu einer letzten Gesamtprobe genutzt, im Anschluss fuhr man gemeinsam nach Osnabrück. Hier hatte man den Nachmittag zur freien Verfügung und viele nutzten ganz nach dem Motto des Musikfestes Klang, Vielfalt, Leben die Gelegenheit sich schon mal das ein oder andere hochklassische Orchester anzuhören. Immerhin bot das Musikfest mit 15.000 Musikern und über 300 Veranstaltungen dazu reichlich Gelegenheit.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen des Konzertwettbewerbs. Die Musiker und Musikerinnen der Stadtkapelle Friedberg mit ihrem Dirigenten Michael Meininger traten bestens vorbereitet mit dem Pflichtstück Satiric Dances von Norman dello Joio aus dem Jahr 1975 und dem Wahlstück New York Ouverture von Kees Vlak in der zweithöchsten Kategorie an. 5 internationale Juroren bewerteten die Stücke nach 10 Kriterien. Intonation, Rhythmik und Zusammenspiel, technische Ausführung, Dynamik und Klangausgleich, Ton und Klangqualität, Tempo, Stückwahl im Verhältnis Leistungsfähigkeit und Besetzung des Orchesters sowie Interpretation und Gesamteindruck. Pro Kriterium werden maximal 10 Punkte vergeben, insgesamt sind somit maximal 100 Punkte erreichbar. Die Stadtkapelle konnte die Juroren mit ihrer Darbietung der Stücke überzeugen und erreichte in der zweithöchsten Kategorie mit 90,5 Punkten den 2. Platz knapp hinter dem 1. Platz mit 91,2 Punkten. Diesen für die Stadtkapelle überaus erfolgreichen Tag beendete man abends mit einem gemeinsamen Besuch der „Herr der Ringe Nacht“. Präsentiert wurde die erste Sinfonie von Johan de Meij vom Auswahlorchester des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg. Untermalt wurde das ganze wurde von der belgischen Sandkünstlerin Colette Dedyn die mit Sand und Hand Stimmungsvolle Bildern zauberte, die auf eine Großleinwand projiziert wurden. In den Zweiten Teil des Galakonzertes mit der deutschen Erstaufführung der fünften Sinfonie „Rückkehr nach Mittelerde“ führte der Komponist Johan de Meji höchst selbst ein. Opulent schaffte de Meji ein Werk mit überwältigender und mächtiger Atmosphäre. Mit einem Solo Sopran (Katarzyna Jagiello) und einem achtstimmigen gemischten Chor ließ er Elben in der Fantasiesprache Ilkorin singen und Orks mit Trommeln und Steinen über die Bühne stampfen.

Die Siegerehrung der Preisträger fand am Sonntagmorgen statt. Das Polizeiorchester Bayern führte durch den feierlichen Rahmen der Preisverleihung und der 1. Vorsitzende der Stadtkapelle Friedberg Carsten Denkler durfte den verdienten Pokal in Empfang nehmen.

Im Anschluss an die Preisträgergala gab die Stadtkapelle Friedberg noch ein Platzkonzert auf der Rathausbühne dem Marktplatz. Mit den Stücken Evita (Andrew Lloyd Webber), Nessum Dorma aus der Oper Turandot (Giacomo Puccini Arr. Siegfried Rundel), New York Ouverture (Kees Vlak), Childrens March (Percy Grainger), der Grand Serenade for an Awful Lot of Winds and Percussion (P.D.Q. Bach alias Peter Schickele), It had better be tonight (Henry Mancini Arr. Michael Brown) und Elvis (Arr. Peter Klein Schaars) nahm die Stadtkapelle Friedberg Abschied von einer rundum gelungenen Orchesterreise.

Ausruhen können der Dirigent, die Musiker und Musikerrinnen nur kurz, am 15.12.2019 steht wieder das Festliche Konzert in der Heilig-Geist-Kirche auf dem Programm und wer nicht so lange warten möchte, der kann die Stadtkapelle Friedberg schon am 08.09.2019 am Tag des offenen Denkmals im Burggarten live erleben.